Übergänge

Als Übergänge werden Ereignisse bezeichnet, die für die Betroffenen bedeutsame Veränderungen mit sich bringen.

Übergang Familie – Kita/Eingewöhnung

„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern
bekommen: Wurzeln und Flügel.“
– J. W. von Goethe

Die Eingewöhnung in eine Kindertageseinrichtung ist ein sehr sensibler Prozess, der immer durch eine konstante Bezugsperson begleitet werden soll. Dies gibt dem Kind Sicherheit und Orientierung. Das jeweilige Elternteil ist Experte für sein Kind und kann uns somit bei unserem professionellen Vorgehen in der Eingewöhnung des eigenen Kindes begleiten und dem Kind den nötigen Rückhalt geben.

Die Bezugsperson, die die Eingewöhnung des Kindes begleitet, sollte jedoch darauf achten, nicht als Akteur für die Kinder der Gruppe aufzutreten. Für die anderen Kinder stehen wir in diesem Falle als Experten zur Verfügung. Eingewöhnung ist immer individuell zu betrachten. Sie verläuft bei jedem Kind anders. Dabei spielen Alter und Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Unabhängig davon, gibt es Kinder die sich im Laufe der Eingewöhnung schnell lösen können, bei anderen Kindern ist ein längerer Trennungsprozess nötig. Die begleitende Bezugsperson sollte ohne Zeitdruck in die Einrichtung kommen, das heißt keine Termine und Verpflichtungen im Hintergrund haben, die diesen sensiblen Prozess negativ beeinflussen könnten.

Für die Ängste und Befürchtungen der Eltern, die ihr Kind zum ersten Mal einer fremden Person anvertrauen haben wir ein offenes Ohr und nehmen diese ernst, deshalb besprechen wir jegliche Vorgehensweise mit der begleitenden Bezugsperson. Darunter fallen auch die Wald- und Turntage, die wir mit den Kindern gruppenintern durchführen. Im Verlauf der Eingewöhnung werden wir mit der begleitenden Bezugsperson des Kindes absprechen, wann der richtige Zeitpunkt ist, das Kind daran teilnehmen zu lassen. Die Eltern sollten unserer Einschätzung als professionelles Fachpersonal der Kindertagesstätte vertrauen. Während der Eingewöhnung kann es in den verschiedensten Situationen zu Tränen bei dem Kind kommen – das ist ganz normal und gehört dazu. Mit der Zeit wird jedoch aus Unsicherheit Sicherheit. Unbekanntes wird zu Vertrautem und das Kind beginnt sich als festen Teil der Gruppe zu sehen.

Eingewöhnung von Kindern mit Migrationshintergrund

Die Eingewöhnung von Kindern ohne Deutschkenntnisse in die Kindertagesstätte ist ein sehr behutsamer Prozess. Diese Kinder haben möglicherweise eine andere Herkunftsregion, Religion und Kultur. Sie wachsen eventuell unter anderen Erziehungsstilen auf. Es ist für uns als professionelles Fachpersonal der Kindertagesstätte eine Herausforderung, jedoch auch eine Bereicherung, Kinder mit Migrationshintergrund aufzunehmen. Die sprachliche Barriere ist meist das größte Hindernis in der Eingewöhnung dieser Kinder. Wir möchten die Kinder mit ihren Familien mit offenen Armen empfangen, deshalb gehen wir während der Eingewöhnungsphase besonders auf die oben genannten Hintergründe der Familien ein und versuchen ihnen Sicherheit zu geben und somit den Start in ihrem neuen Lebensumfeld zu erleichtern.

Übergang Krippe – Kita

Ein bis vier Monate vor dem dritten Geburtstag findet der Wechsel von der Krippengruppe in die altersgemischte Regelgruppe statt. Damit der Übergang behutsam verläuft, werden die Kinder in einer etwa einmonatigen Eingewöhnungszeit ihre neue Gruppe immer wieder mal besuchen. Dabei werden sie von einer BezugserzieherIn begleitet. Sobald das Kind Kontakt zur neuen GruppenerzieherIn und oder den Kindern in der Gruppe aufgenommen hat, verlässt die KrippenerzieherIn für einen individuellen Zeitraum die Gruppe. Wenn das Kind über einen längeren Zeitraum in der neuen Gruppe bleiben möchte, wird es auch die Frühstückssituation und die darauffolgenden Aktivitäten miterleben dürfen. Auch das Mittagessen und die Schlafensituation werden im Vorfeld ausprobiert. Etwa eine Woche vor dem endgültigen Übergang in die Regelgruppe findet ein Übergabegespräch mit den ErzieherInnen aus beiden Gruppen statt. Hierbei wird den Eltern die neue GruppenerzieherIn vorgestellt, der Ablauf in der neuen Gruppe erläutert und sie werden darüber informiert was ihr Kind für die neue Gruppe noch alles benötigt. Die KrippenerzieherIn gibt notwendige Informationen an die neue Gruppenleitung weiter.

Übergang Krippe – Schule

Unser Ziel ist es, den Übergang von der Kita in die Schule für die Kinder möglichst fließend zu gestalten.  Damit sich die zukünftigen Schulkinder als Gruppe zusammen finden, bieten wir im letzten Kindergartenjahr verschiedene gemeinsame Aktivitäten an. In unserer Einrichtung gibt es unterschiedliche Angebote für die Vorschulkinder, die auf die schulischen Anforderungen hinführen (z.B. Scherenführerschein, Wuppi etc.). Durch die direkte Nachbarschaft zur ortsansässigen Grundschule sind den Kindern die Örtlichkeiten dort bereits vertraut und eine enge Zusammenarbeit ist möglich. Die Grundschule bietet Schnuppertage an, an denen die Kinder die Schule besuchen.  Für die Eltern der zukünftigen Schulkinder bieten wir im Herbst einen gemeinsamen Elternabend zum Ablauf des letzten Kindergartenjahres und dem Übergang in die Grundschule an.Gemeinsam mit dem Lehrerkollegium besuchen wir verschiedene Fortbildungen. Auch nach dem Schuleintritt bleibt durch den direkt an die Kita angrenzenden Schulhof eine enge Verbindung zwischen den Schulkindern, den Kindern der Kita und den ErzieherInnen bestehen.